Die Hände schwitzen, das Herz klopft, und plötzlich scheinen alle Vokabeln wie weggeblasen. Die mündliche Prüfung (Modul Sprechen) ist für viele Teilnehmer des Integrationskurses der absolute Stressmoment. Der „Deutschtest für Zuwanderer“ (DTZ) entscheidet darüber, ob du das begehrte B1-Niveau erreichst oder das Niveau A2 bescheinigt bekommst.
Die gute Nachricht: Die DTZ-Sprechprüfung ist kein Verhör. Sie ist ein strukturiertes Gespräch, das zeigen soll, dass du dich im deutschen Alltag verständlich ausdrücken und interagieren kannst. Die Prüfung dauert etwa 15–20 Minuten und du machst sie zusammen mit einem Partner.
Das Geheimnis des Erfolgs liegt nicht darin, perfekt zu sprechen, sondern zu zeigen, dass du kommunizieren kannst. Hier ist dein Trainingsplan, um die Prüfer von deiner Alltagskompetenz zu überzeugen.
Teil 1: Sich vorstellen (Das Aufwärmen)
Dauer: ca. 2–3 Minuten insgesamt
Dieser Teil ist dein Heimspiel. Die Aufgaben sind sehr vorhersehbar und basieren auf Stichpunkten wie Name, Herkunft, Wohnort, Beruf, Familie und Sprachen. Du stellst dich anhand dieser Punkte kurz und verständlich vor.
Die Strategie:
Bereite deine Vorstellung gut vor und übe sie mehrmals. Du solltest sie flüssig sprechen können, aber nicht wie einen auswendig gelernten Text vortragen.
Der B1-Kick:
Sage nicht nur: „Ich wohne in Köln.“ Sondern: „Ich wohne seit zwei Jahren in Köln und mir gefällt die Stadt sehr gut, weil es viele Arbeitsmöglichkeiten gibt.“
Vorsicht Falle:
Nach deiner Vorstellung stellen die Prüfer oft Zusatzfragen (z.B. „Wie lange lernen Sie Deutsch?“ oder „Was machen Sie beruflich?“). Antworte immer in ganzen Sätzen und nicht nur mit kurzen Ein-Wort-Antworten.
Teil 2: Über ein Thema sprechen (Bildimpuls)
Dauer: ca. 3 Minuten pro Teilnehmer
Du bekommst ein Bild zu einem Alltagsthema (z.B. Einkaufen, Sport, Lernen, Freizeit oder Arbeit). Das Bild dient als Gesprächsimpuls. Eine reine Bildbeschreibung ist erlaubt, reicht jedoch in der Regel nur für ein A2-Niveau. Für B1 solltest du zusätzlich eigene Erfahrungen, Beispiele und einfache Meinungen einbringen.
Die Strategie: Vom Bild zur eigenen Erfahrung
Beginne mit einer kurzen Beschreibung und verbinde das Thema schnell mit deinem eigenen Leben. Die Prüfer achten vor allem darauf, ob du zusammenhängend sprechen kannst und dich verständlich ausdrückst. Verschiedene Zeitformen (z.B. Perfekt) sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich.
Beispiel: Das Bild zeigt Menschen beim Sport.
Einfach (eher A2): „Auf dem Bild sehe ich mehrere Leute. Sie machen Sport im Park.“
Besser (Richtung B1):
„Auf dem Bild sehe ich Menschen, die im Park Sport machen. Das Thema erinnert mich an meine Freizeit. Früher habe ich oft Fußball gespielt. Heute gehe ich manchmal spazieren, weil ich wenig Zeit habe.“
Teil 3: Gemeinsam etwas planen (Die Interaktion)
Dauer: ca. 5–6 Minuten insgesamt
In diesem Teil arbeitest du aktiv mit deinem Partner zusammen. Ihr bekommt eine Aufgabe, zum Beispiel einen Ausflug planen, eine Feier organisieren oder ein Geschenk kaufen. Hier geht es nicht darum, die perfekte Idee zu haben, sondern darum, miteinander zu sprechen, zu reagieren und gemeinsam eine Entscheidung zu treffen.
Die Strategie: Aktiv kommunizieren und kooperieren
Du solltest Vorschläge machen, Fragen stellen, zustimmen, ablehnen und am Ende zu einem gemeinsamen Plan kommen.
Wichtige Redemittel (Vorschläge machen):
„Ich habe eine Idee: Wollen wir …?“
„Ich schlage vor, dass wir …“
„Wie wäre es, wenn wir …?“
Wichtige Redemittel (Reagieren):
„Das ist eine gute Idee.“
„Ich finde das gut, weil …“
„Ich bin nicht ganz einverstanden, vielleicht können wir …“
Der B1-Profi-Tipp:
Wenn dein Partner wenig spricht, kannst du ihn aktiv einbeziehen:
„Was meinst du dazu?“ oder „Hast du einen Vorschlag?“
Das zeigt Interaktionsfähigkeit – ein zentraler Bewertungspunkt im DTZ.
Hinweis: Nach der Planungsaufgabe können die Prüfer kurze Anschlussfragen stellen. Diese gehören jedoch nicht zu einem eigenen Prüfungsteil, sondern dienen dazu, das Gespräch weiterzuführen.
Fazit: Kommunikation statt Perfektion
Die Prüfer im DTZ erwarten kein perfektes Deutsch. Kleine Grammatikfehler sind normal und werden akzeptiert, solange die Kommunikation verständlich bleibt. Entscheidend ist, dass du sprichst, reagierst und aktiv am Gespräch teilnimmst.
Wenn dir ein Wort fehlt, kannst du es umschreiben. Wenn du etwas nicht verstanden hast, darfst du höflich nachfragen („Könnten Sie das bitte wiederholen?“). Das wird in der Prüfung positiv bewertet.
Die goldene Regel: Bereite Teil 1 gut vor, um Sicherheit zu gewinnen. Übe besonders Teil 3 mit typischen Redemitteln für Vorschläge, Reaktionen und Entscheidungen.
Vergiss nicht: Im DTZ wird vor allem bewertet, ob du im Alltag kommunizieren kannst – nicht, ob du fehlerfrei sprichst. Je mehr du typische Prüfungssituationen übst, desto sicherer und ruhiger wirst du in der echten Prüfung sein.
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