Goethe-Zertifikat A2 Sprechen – So bestehst du den mündlichen Teil (2026)

Einleitung

Das Modul Sprechen stellt viele Teilnehmende auf A2-Niveau vor besondere Herausforderungen. Nicht, weil die Themen außergewöhnlich komplex wären, sondern weil mehrere Faktoren gleichzeitig bewältigt werden müssen: spontane Reaktionen, begrenzte Vorbereitungszeit, die Interaktion mit einer anderen Person sowie die gleichzeitige Bewertung von Aussprache, Grammatik und Wortschatz.

Hinzu kommt die Nervosität, die gerade beim freien Sprechen häufig dazu führt, dass bekannte Strukturen plötzlich nicht mehr abrufbar sind.

Dennoch ist das A2-Sprechen gut planbar und gezielt trainierbar. Wer den Aufbau der Prüfung kennt und mit festen Redemitteln arbeitet, kann die mündliche Prüfung sicher bestehen. In diesem Leitfaden erfährst du, wie der mündliche Teil aufgebaut ist, welche Kriterien bewertet werden und mit welchen Strategien du dich strukturiert und prüfungsnah vorbereiten kannst.

Das Goethe-Zertifikat A2 Sprechen: Aufbau und Anforderungen

Bevor wir zu den konkreten Tipps kommen, solltest du genau wissen, was im mündlichen Teil des Goethe-Zertifikats A2 von dir erwartet wird. Die mündliche Prüfung wird in der Regel paarweise durchgeführt und dauert circa 15 Minuten für zwei Teilnehmende.

Der Prüfungsteil Sprechen besteht aus drei Aufgaben.

Bewertet werden unter anderem:

    • Aussprache und Verständlichkeit

    • Angemessener Wortschatz auf A2-Niveau

    • Einfache, überwiegend korrekte Satzstrukturen

    • Kommunikationsfähigkeit (Reagieren, Nachfragen, höfliches Sprechen)

Typische Aufgabenformate:

Teil 1: Fragen zur Person stellen und beantworten
Die Teilnehmenden erhalten Karten mit Stichwörtern (z. B. Beruf?, Wohnort?, Hobby?, Geburtstag?) und stellen sich gegenseitig Fragen. Danach werden die Rollen getauscht.

Teil 2: Über sich und das eigene Leben sprechen
In diesem Teil erzählst du anhand einer Leitfrage etwas über dein Leben, zum Beispiel über deinen Alltag, dein Wochenende oder den Umgang mit Geld. Die Prüferinnen und Prüfer können kurze Zusatzfragen stellen.

Teil 3: Gemeinsam etwas planen
Hier planst du zusammen mit deinem Gesprächspartner eine Alltagssituation, zum Beispiel einen Termin oder eine gemeinsame Aktivität. Wichtig sind Vorschläge, Reaktionen und einfache Begründungen.

Wichtig:
Es geht nicht um perfektes Deutsch, sondern um verständliche, aktive und situationsangemessene Kommunikation. Kleine Fehler sind erlaubt, solange die Verständigung funktioniert.

Strategie 1: Feste Redemittel lernen statt improvisieren

Einer der größten Fehler im A2-Sprechen ist der Versuch, spontan und völlig frei zu sprechen.

Besser ist es, mit festen Redemitteln und Satzanfängen zu arbeiten, zum Beispiel:

    • Wann hast du Zeit?

    • Was meinst du?

    • Ich finde das gut, weil …

    • Das ist eine gute Idee.

Übe diese Redemittel so oft, dass sie automatisch abrufbar sind.

Warum das funktioniert:
Du sparst Denkzeit und kannst dich stärker auf Aussprache und Verständlichkeit konzentrieren, statt über den Satzbau nachzudenken.

Strategie 2: Kurz und klar antworten

Auf A2-Niveau gilt: Einfach ist besser als kompliziert.

Beachte:

    • Lieber zwei kurze, korrekte Sätze als einen langen mit vielen Fehlern

    • Antworte direkt auf die Frage

    • Verwende bekannte Zeitformen (Präsens, einfaches Perfekt)

Beispiel:
Ich würde sehr gerne, wenn ich Zeit hätte, am Wochenende ins Kino gehen.
Am Wochenende gehe ich gern ins Kino. Das macht mir Spaß.

Strategie 3: Fragen sicher stellen

Im ersten Teil der Prüfung müssen alle Teilnehmenden selbst Fragen formulieren – für viele eine ungewohnte Situation.

Typische Fragewörter auf A2-Niveau sind:

    • Wann?

    • Wo?

    • Wie viel? / Wie oft?

    • Was? / Welche?

Tipp:
Übe Frageformen zu typischen Prüfungsthemen wie Alltag, Termine, Einkaufen oder Freizeit. Wenn die Struktur sicher sitzt, wirkt dein Sprechen automatisch flüssiger.

Strategie 4: Mit Nervosität richtig umgehen

Nervosität gehört zur mündlichen Prüfung dazu – auch bei gut vorbereiteten Kandidatinnen und Kandidaten.

Hilfreiche Strategien:

    • Sprich langsam und deutlich

    • Atme bewusst, bevor du antwortest

    • Frage höflich nach, wenn du etwas nicht verstehst:

      • Können Sie das bitte wiederholen?

      • Ich habe das nicht ganz verstanden.

Das wird nicht negativ bewertet, sondern zeigt kommunikative Kompetenz.

Strategie 5: Realistisch und regelmäßig üben

Der wichtigste Erfolgsfaktor ist regelmäßiges, prüfungsnahes Training.

Achte darauf:

    • Laut zu sprechen, nicht nur im Kopf

    • Mit Zeitbegrenzung zu üben

    • Typische Prüfungssituationen zu simulieren

Online-Übungen mit klaren Aufgabenstellungen und Modellantworten helfen dabei, Sicherheit zu gewinnen und ein realistisches Prüfungsgefühl zu entwickeln.
Prüfungsnahe A2-Sprechübungen findest du zum Beispiel auf der Lernplattform TestGerman.

Fazit: Sicher sprechen statt perfekt sprechen

Das Goethe-Zertifikat A2 Sprechen ist kein Improvisationstest, sondern eine Prüfung klar definierter kommunikativer Fähigkeiten. Wer den Prüfungsaufbau kennt, feste Redemittel nutzt und regelmäßig laut übt, kann den mündlichen Teil sicher bestehen.

Konzentriere dich auf Verständlichkeit, einfache Strukturen und aktive Kommunikation. Perfektion ist nicht nötig – Klarheit und Sicherheit sind entscheidend. Mit systematischer Vorbereitung bist du gut gerüstet für deine A2-Prüfung im Jahr 2026.

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